Duisburg muss ÖPNV-Stadt werden!

In der Mitgliederversammlung der Jusos Duisburg wurde unser folgender Antrag beschlossen:

Duisburg muss ÖPNV-Stadt werden!

Die Stadt Duisburg hat, hauptsächlich bedingt durch die Industrie, im Bundesgebiet nach Hamburg und dem Erzgebirge die höchste Luftbelastung durch Schwefeldioxid (SO²). Auch in der Rangliste der Städte mit der höchsten Feinstaubbelastung rangiert die Stadt weit oben. Mit Sicherheit lässt sich also sagen: In Duisburg atmet es sich nicht gesund.
Hinzu scheint der Straßenverkehr in Duisburg überlastet; Baustellen verschlechtern diese Situation kurz-, und mittelfristig immens. Ungünstig ist auch die Anbindung einzelner Stadtteile an andere: Der Duisburger Westen ist durch den Rhein von der anderen Seite Duisburgs getrennt, und lässt sich nur durch wenige Brücken überqueren, die den Straßenverkehr gezwungenermaßen flaschenhalsartig zusammenziehen.
Duisburg darf also nicht Autostadt bleiben. Es müssen langfristige Alternativen zur Autonutzung gefunden werden, die die Stadt mobiler, umweltfreundlicher, und so lebenswerter macht.
Eine Möglichkeit bildet die Förderung des Radverkehrs. In einer Stadt, die im Vergleich jedoch einen großen Flächenanteil im Bezug zur Einwohner*innenanzahl besitzt, kann dies jedoch kein zentraler Lösungsansatz sein.
Die Jusos Duisburg fordern aus diesem Grund die Stadtpolitik dazu auf, den Pendler*innenverkehr von Duisburger*innen auf den öffentlichen Personennahverkehr – vorwiegend die Schiene – zu verlegen. Das Netz von S-, und U-Bahnen muss ausgebaut, und effizienter gestaltet werden. Dazu sind massive Investitionen nötig. Hinzu ist in schlecht durch Schiene anzubindende Teile der Stadt ein verbessertes Bus-Nahverkehrsangebot von Nöten. Jeder fahrende Bus verhindert in der Konsequenz fahrende Autos von Pendler*innen, die dazu oft noch alleine unterwegs sind. Das seit kurzem existierende Bus-onDemand-System der Duisburger Verkehrs-Gesellschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung und kann einen soliden Startpunkt darstellen. In Duisburg fahrende Busse müssen umweltfreundlich sein.
Um Anreize zu schaffen, den dann verbesserten Nahverkehr auch zu nutzen, muss die Nutzung für Duisburger*innen radikal subventioniert werden. Die Umsetzung auf Landesebene in Form eines Studierenden-Tickets ist lobenswert, und muss dringend durch ein Azubi-Ticket ergänzt werden. Ziel muss es jedoch sein, nicht nur einzelne Bevölkerungsgruppen, sondern Mehrheitsschichten anzusprechen und für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu begeistern. In der langfristigen Planung heißt das: ÖPNV muss für Duisburger*innen massiv vergünstigt bis hin zu kostenlos verfügbar sein.
Ein verbesserter, für Nutzer*innen kostengünstiger ÖPNV tangiert durch direkte Einwirkung auf sozial benachteiligte Milieus nicht nur die soziale Ungleichheit, sondern entfacht womöglich eine Sogwirkung: Es würde ein Standortvorteil für Duisburg entstehen, der die Wirtschaftsleistung der Stadt stärke.

VERÖFFENTLICHT VON

Patrick Schüren

Schüler, 18 Jahre alt, Jungsozialist und SPD-Mitglied seit 2013

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