Aus den Augen, aus dem Sinn.

Wir JungsozialistInnen im Duisburger Bezirk Rheinhausen sprechen uns in aller Deutlichkeit gegen jegliche Bestrebungen aus, ein Alkoholverbot in der gesamten oder Teilen der Duisburger Innenstadt durchzusetzen.

Seit einiger Zeit steht in der politischen Debatte ein Verbot von alkoholischen Getränken im Duisburger Innenstadtbereich im Raum. Damit sollen offenkundig jene Menschen vertrieben werden, die für die Befürworter des Verbots wohl ein Dorn im Auge sind, wenn es um eine geplante Neugestaltung der Umgebung des Kant-Parks geht.
Dass eine Vertreibung des scheinbar unbeliebten Teils der Gesellschaft keine Probleme löst, haben andere Städte längst erkannt. So haben zum Beispiel Amsterdam und Essen Wege gefunden, Alkoholsüchtige auch spürbar in das Stadtbild einzugliedern. Darüber hinaus müssen langfristig konforme Maßnahmen zur Perspektivbildung geschaffen werden. Die Gestaltung und Umsetzung eines solchen Projektes in Duisburg ist von uns zu begrüßen.

Argumente wie zu hohe finanzielle Kosten für Integrationsprojekte rechtfertigen eine Umlagerung des Sachverhalts in Form eines Alkoholverbots in keinem Maße.
Darüber hinaus muss man ein mögliches Alkoholverbot im Gesamtkontext betrachten: Die Debatte keimt im Zusammenhang mit einer Verbesserung der innerstädtischen Attraktivität. Wie erfolgt jedoch eine Durchsetzung des Verbotes in der Zeit von Weinfest oder Weihnachtsmarkt? Augenscheinlich wäre ein Verbot in allen Teilen der Bevölkerung durchzusetzen.
Würde die Außenwirkung der Stadt durch ein Verbot von alkoholischen Getränken nicht vielleicht sogar geschmälert, wenn man als bei Teilnahme an solchen Festen die Sorge haben muss aus Versehen in die Verbotszone zu treten?
Durch ein Alkoholverbot würden Persönlichkeitsrechte verletzt, wie das Recht auf freie Entfaltung. Eine Bevormundung in einem solchem Maße lässt sich mit uns Jusos in Rheinhausen nicht machen.

 

Nachtrag: Dieser Antrag wurde bereits Ende des Jahres 2016 einstimmig bei einer Sitzung der Juso AG Rheinhausen beschlossen.

VERÖFFENTLICHT VON

Patrick Schüren

Schüler, 18 Jahre alt, Jungsozialist und SPD-Mitglied seit 2013

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